Piemonteser-Fleischrind

Merkmale einer besonderen Rasse

Allgemeines

Die Rasse stammt aus Nordwestitalien. Das Kerngebiet der Zucht liegt südlich von Turin in der Landschaft von Altpiemont. Von Bergbauern der angrenzenden Gebirgslandschafen, aber auch von den kleinen Pächtern in der Ebene um Cueno wurde diese Rasse seit altersher sowohl als Milch- als auch als Fleisch- und Zugtier unter sehr knappen Futterbedingungen, jedoch mit „Familienanschluss“, gehalten. Daher ist das heutige aus Italien nach Deutschland eingeführte Piemonteserfleischrind anpassungsfähig und gesund.

Rassemerkmale

Das Piemonteser Fleischrind ist mittelgroß, langgestreckt und ist vor allem an den wertvollen Körperteilen sehr plastisch bemuskelt. Sehr erwünscht sind die feinen Knochen, Sehnen und Gelenke. Die Klauen sind hart und unempfindlich. In intensiven Mastverfahren sind sehr gute Zunahmen möglich. In Anpaarung mit Milch- oder Fleischrassen werden Fleischzartheit, Ausschlachtprozente und eine geringe Verfettung vererbt. Das reinrassige Piemonteserfleischrind ist weiß, weizenfarbig oder grau gefärbt. Bullen sind meist dunkler im Fell. Klauen, Augen und Maul sollen dunkel pigmentiert sein. Details siehe Züchterinfo.

Züchterinfo / Zuchtziele

Das Piemonteser Rind ist eine Rasse mit besten Fleischeigenschaften. Die wesentlichen Merkmale auf einem Blick:

  • Fleischfülle, Rahmen, Länge
    – sehr zartes, fettarmes Fleisch
    – sehr plastische Bemuskelung
    – sehr hoher Anteil an wertvollen Fleischpartien
  • Typ und Konstitution
    – mittelrahmiger, langgestreckter Rumpf
    – anspruchslos im Futter, jedoch intensive Mastverfahren möglich
    – gute Futterverwertung
    – hohe Gewichtszunahmen / Fleischzuwachs
    – hohe Schlachtgewichte
    – geringer Fettansatz
    – Außergewöhnliche Ausschlachtergebnisse
    – trockene Gliedmaßen
    – klare Gelenke und Sehnen
    – harte, unempfindliche Klauen
    – unempfindlich bei schlechtem Wetter
    – frohwüchsige Kälber
    – Alterfrische Rinder mit langer Nutzungsdauer
  • Schlachtkörperwert
    – geringer Fett-, Sehnen- und Knochenanteil
    – extrem hohe Fleischausbeute
    – überdurchschnittliche Fleischwertkategorien (Braten- und Steakfleisch)
    – Qualitätsfleisch
    – ungewöhnliche Zartheit des Fleisches (objektiv belegt)
    – feinfaserige Fleischstruktur mit großen Anschnittflächen
    – intramuskuläres Fett -> einzigartiger Geschmack
  • Kreuzungseignung
    – bewährt bei Milch-Mast und Extensivrassen
    – Nachkommen mit deutlichen Qualitätsverbesserungen
    – deckfreudige, fruchtbare Bullen
    – gutartige Tiere, sozial in der Herde
  • Farbmerkmale, Größe und Gewicht
    – Ganzfarbig weiß mit unterschiedlich Stichelung und Schattierung
    – Bullen meist dunkler pigmentiert
    – kräftiges Pigment an Schwanzquaste, Ohrmuscheln, Hornspitzen, Augen, Nase, Maul und Klauen

Verbraucherinfos

Den Weltruf der Rasse begründen unter anderem das auffallend hohe Ausschlachtergebnis (Bullen 68-72%) sowie die Zartheit des Fleisches. Durch diese Eigenschaften verschaffen sich Fleischfachverkäufer, Ladenmetzger und auch Selbstvermarkter eine treue Kundschaft.

Kennzahlen

Maße und Gewichte Bullen Kühe
Widerristhöhe 140-155cm 135-145cm
Gewicht 1000-1200kg 650-750kg
Ausschlachtung 68 – 72%
Tageszunahme (Mastprüfung) 1300 – 1500g
Geburtsgewicht 32 – 42kg
Verkaufsfähiges Fleisch im Schachtkörper >mehr als 86%